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Versbuch

Die Professoren

Georg Heym · 18871912

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1911

Zu vieren sitzen sie am grünen Tische,Verschanzt in seines Daches hohe Kanten.Kahlköpfig hocken sie in den Folianten,Wie auf dem Aas die alten Tintenfische.

Manchmal erscheinen Hände, die bedrecktenMit Tintenschwärze. Ihre Lippen fliegenOft lautlos auf. Und ihre Zungen wiegenWie rote Rüssel über den Pandekten.

Sie scheinen manchmal ferne zu verschwimmen,Wie Schatten in der weißgetünchten Wand.Dann klingen wie von weitem ihre Stimmen.

Doch plötzlich wächst ihr Maul. Ein weißer SturmVon Geifer. Stille dann. Und auf dem RandWiegt sich der Paragraph, ein grüner Wurm.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der ewige Tag. S. 58, 1. Auflage, Rowohlt, Leipzig, 1911
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Professoren (Heym)“, Fassung 3.561.271 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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