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Versbuch

Die Stadt

Georg Heym · 18871912

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1964

(Reinschrift, in Entwurf übergehend)

Sehr weit ist diese Nacht. Und WolkenscheinZerreißet vor des Mondes Untergang.Und tausend Fenster stehn die Nacht entlangUnd blinzeln mit den Lidern, rot und klein.

Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.Und ewig stumpfer Ton von stumpfem SeinEintönig kommt heraus in Stille matt.

Gebären, Tod, gewirktes Einerlei,Lallen der Wehen, langer Sterbeschrei,Im blinden Wechsel geht es dumpf vorbei.

Und Schein und Feuer, Fackeln rot und Brand,Die drohn im Weiten mit gezückter HandUnd scheinen hoch von dunkler Wolkenwand.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Dichtungen und Schriften. Band 1: Lyrik. S. 452, Heinrich Ellermann, [Hamburg], 1964
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Stadt (Heym)“, Fassung 3.779.762 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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