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Versbuch

Der Abend

Georg Heym · 18871912

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1911

Versunken ist der Tag in Purpurrot,Der Strom schwimmt weiß in ungeheurer Glätte.Ein Segel kommt. Es hebt sich aus dem BootAm Steuer groß des Schiffers Silhouette.

Auf allen Inseln steigt des Herbstes WaldMit roten Häuptern in den Raum, den klaren.Und aus der Schluchten dunkler Tiefe halltDer Waldung Ton, wie Rauschen der Kitharen.

Das Dunkel ist im Osten ausgegossen,Wie blauer Wein kommt aus gestürzter Urne.Und ferne steht, vom Mantel schwarz umflossen,Die hohe Nacht auf schattigem Kothurne.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der ewige Tag. S. 47, 1. Auflage, Rowohlt, Leipzig, 1911
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Abend (Heym)“, Fassung 1.671.274 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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