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Versbuch

Das verlorene Schwert

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

20 Zeilen · zuerst gedruckt 1882

Der Gallier letzte Burg und Stadt erlagNach einem letzten durchgekämpften TagUnd Julius Cäsar tritt in ihren Hain,In ihren stillen Göttertempel ein.Die Weihgeschenke sieht gehäuft er dort,Von Gold und Silber manchen lichten HortUnd edeln Raub. Doch über Hort und SchatzHangt ein erbeutet Schwert am Ehrenplatz.Es ist die Römerklinge kurz und schlicht –Des Juliers scharfer Blick verlässt sie nicht,Er haftet auf der Waffe wie gebannt,Sie däucht dem Sieger wunderlich bekannt!Mit einem Lächeln deutet er empor:„Ein armer Fechter, der sein Schwert verlor!“Da ruft ein junger Gallier aufgebracht:„Du selbst verlorest’s im Gedräng der Schlacht!“Mit zorn’ger Faust ergreift’s ein Legionar –„Nein, tapfrer Strabo, laß es dem Altar!Verloren ging’s in steilem SiegeslaufUnd heißem Ringen. Götter hoben’s auf.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 210, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das verlorene Schwert“, Fassung 2.573.316 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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