Lebenswege
Theodor Fontane · 1819–1898
18 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Fünfzig Jahre werden es ehstens sein,Da trat ich in meinen ersten „Verein“.Natürlich Dichter. Blutjunge Waare:Studenten, Leutnants, Refrendare.Rang gab’s nicht, den verlieh das „Gedicht“,Und ich war ein kleines Kirchenlicht.
So stand es, als Anno 40 wir schrieben,Aber ach, wo bist Du Sonne geblieben,Ich bin noch immer, was damals ich war,Ein Lichtlein auf demselben Altar,Aus den Leutnants aber und StudentenWurden Genräle und Chefpräsidenten.
Und mitunter, auf stillem Thiergartenpfade,Bei „Kön’gin Luise“ trifft man sich grade.
„Nun, lieber F., noch immer bei Wege?“„‚Gott sei Dank, Excellenz,… Trotz Nackenschläge…‘“
„Kenn’ ich, kenn’ ich. Das Leben ist flau…Grüßen Sie Ihre liebe Frau.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 33–34, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Lebenswege“, Fassung 1.526.020 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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