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Versbuch

Widmung

Rudolf Lavant · 18441915

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Nichts ist so schwer, als für das Volk zu schreiben.Man muß es lieben, treu, aus tiefstem Herzen,Man muß ihm nachempfinden seine Schmerzen —Wer das nicht kann, der soll nur ferne bleiben.

Nicht wie ein Handwerk läßt es sich betreiben,Dies treue Zünden heller Geisteskerzen,Dies Lehren und Vermahnen unter Scherzen,Dies stille Säubern blindgewordner Scheiben.

Es hat sich selber das Gericht gesprochenWers unternimmt und hat sich nicht gesammelt —Er bringt kein Herz zu raschem, frohem Pochen.

Das echte Wort des Lichtes und des Lebens,Will laut verkündet sein, nicht matt gestammeltUnd wer berufen nicht, der spricht vergebens.

R.L.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
off, Fink, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Widmung (Lavant)“, Fassung 3.493.149 · Bearbeitungsstand „korrigiert“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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