Bann
Richard Dehmel · 1863–1920
20 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1893
Wie aus dem Schilf die Wasserfeetauchtest du winkend aus der Schaarder Andern um uns zu mir hermit deinem langen schwarzen Haarmit deinem fernen Augenpaar.
Und standest nun und sahst mich anmit deinem blassen Uebermut,und deiner Fragen perlende Flutund deiner Lippen jungjunges Blutlachte mich an, lachte mich an.
Nur in deinen Augen blieb so fern,so fern wie auf des Weihers Grundin winkender Nacht der irre Stern,ein Zittern und Leuchten stehen; undmir log dein Mund, mir log dein Mund.
Denn in unsern Träumen – oh, ich weiß:auch du, auch du! dann tauchen wirHand in Hand hinunter, stumm und heißsucht Mund den Mund, holen wir leis,wir uns vom Grund, den Stern vom Grund ...
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Aber die Liebe, 1. Auflage, Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto, München, 1893
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Bann“, Fassung 1.479.429 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Richard Dehmel starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118679236 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.