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Versbuch

Regen

Paul Haller · 18821920

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Leise rieselnd fallen RegentropfenDurch die still gesenkten Birkenblätter,Und das Sehnen der SeeleStimmt zu diesem weichen Regenwetter.

Tränen sind sie eines Sommertages,Diese Tropfen, die verrieselnd rauschen;Die ein Heimwehlied singen,Dem die lebensmüden Blumen lauschen.

Tonlos, ohne Sinn und ohne WorteIst das Heimwehlied der Regentropfen;Nur ein Menschenherz hört esUnd versteht’s an seinem eignen Klopfen.

Nur die Seele singt die stummen TöneVon den grünen Notenblättern allen,Wenn die rieselnden TropfenDurch die Birke heimlich niederfallen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 19, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Regen“, Fassung 1.427.181 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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