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Versbuch

Proserpina

Paul Boldt · 18851921

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Einsamer Pluto trage ich im BluteProserpina, nackend, mit blonden Haaren.Unauslöschbar. Ich will mich mit ihr paaren,Die ich in allem hellen Weib vermute.

Ich bin von ihren Armen lichtgeflecktIm Rücken! Ihre Knie sind nervös,Die Schenkel weiß, fleischsträhnig, ein ErlösDes weißen Tages, der die Erde deckt.

In ihrem Haar bleibt etwas vom VerwehtenDes warmen Bluts. Ich liebe den Geruch!Und nur die Zähne haben zuviel Fades

Wie Schulmädchen, sooft sie in den Bruch,Den Brunnen ihres Frauenmundes treten,Der meine Brünste tränkt — Herden des Hades.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 20, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Proserpina“, Fassung 1.103.925 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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