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Versbuch

Gelübde

Paul Haller · 18821920

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Nie will ich mich freuen im dunkeln Tal,Im Staub, den die müden Menschen durchhasten.Auf Bergen, weltfern, der Sonne nahWill ich jauchzen und rasten.

Nie will ich lachen, wo aus der NachtBetende Arme zum Himmel greifen.Wo einer höhnisch sich selbst genügt,Will ich Spottlieder pfeifen.

Nie krümm ich den Leib, wo der Herr und der Knecht,Zwing-Armut zu bau’n, unter Steine sich bücken.Wo die keuchende Schwachheit nach Hülfe bebt,Da beug’ ich den Rücken.

Nie soll, ob Geschick mit Ruten mich peitscht,Wehleidiges Wasser im Auge mir scheinen.Wo verloren ein Kind nach der Mutter ruft,Will ich mit ihm weinen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 36, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gelübde (Haller)“, Fassung 2.912.564 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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