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Versbuch

Landschaft

Karl Kraus · 18741936

18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1920

Thierfehd ist hier: das sagt dem Menschsein ab,daß er es werde —wie an der Wand empor zum Himmel reichtdie Erde.Was hinter uns, war schwer. Hier ist es leicht.Die Welt verläuft in einem grünen Grab.

Ein Stern riß mich aus jenes Daseins Nachtin neue Tage.Fern webt von blutiger Erinnerungdie Sage.Der weltbefreite Geist ist wieder jung,nichts über uns vermag die Menschenmacht.

Du Tal des Tödi bist vom Tod der Traum.Hier ist das Ende.Die Berge stehen vor der Ewigkeitwie Wände.Das Leben löst sich von dem Fluch der Zeitund hat nur Raum, nur diesen letzten Raum.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Ausgewählte Gedichte, S. 68-69, Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff), München, 1920
Digitalisat
de.wikisource.org — „Landschaft (Kraus)“, Fassung 1.103.455 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Kraus starb 1936; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2006 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118566288 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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