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Versbuch

Im Brand der dürren Seele

Paul Haller · 18821920

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Im Brand der dürren Seele such ich dich,Du Gott der Menschen, ich noch lang nicht Mensch;Ich, ausgeschlossen aus den großen Schaaren,Die wandelnd, schaffend, deine Diener waren.

Du bist der Gott der Stillen, die am RandDer großen Straße, hart zum Grund gebückt,Mit nackten Füßen in die Dornen treten,Ihr Äckerlein mit Treue rein zu jäten.

Du bist der Gott der Starken, die das LeuchtenDer fernen Ziele in der Nähe schauen.Die Willen haben, die nicht weibisch fühlen,Die aufwärts sehn und nicht im Sande wühlen.

Ich aber bin nicht von den Stillen, Gott!Und nicht von denen, die den Willen haben;Ein Feigling nur, der oft im Kampfe wich.– Und doch, im Brand der Seele such’ ich dich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 41, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Brand der dürren Seele“, Fassung 876.798 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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