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Versbuch

Glauben

Paul Haller · 18821920

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Brüder, was wir zagend lieben,Was das Herz wie Sturm bewegt,Nicht in Büchern steht’s geschrieben,Wie’s auch keinen Namen trägt.

Bergwind gleich von Gletscherwänden,Streicht es frisch von Geist zu Geist;Unsichtbaren GotteshändenDanken wir, die uns gespeist.

Draußen, wo durch VölkergarbenErntemüd die Sichel mäht,Ringt um Tausende, die starben,Wunder Mütter Schmerzgebet.

Aber hier im stillen LandeKlingt’s aus jedes Kindes Gruß,Daß die Welt, die weitverbannteEinst die Heimat finden muß.

Daß ihr düster TraumesaugeNoch in Freude soll erblühn;Daß sie noch zum Feuer tauge,Licht ins dunkle All zu sprühn.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 42, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Glauben“, Fassung 876.799 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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