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Versbuch

Glocken

Paul Haller · 18821920

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1922

O ihr Glocken, meine liebsten Töne!Kommt von dort, wo meine dunkeln Augen,Heißgeliebte, dunkle Mädchenaugen,Selig starren in des Abends Schöne.

O ihr Glocken! In des Abends GründenWohnt das Glück, und meine Sehnsucht lodert.Meine Sehnsucht soll die dunkeln AugenWie der Blitz die Nacht mit Lieb durchzünden!

O ihr Glocken, laßt das Sehnsuchtsläuten!Stürmt und wimmert, daß mir nicht das JauchzenFremden Glückes durch die Ohren gelle! –Meine Seel’ ist Sturm in leere Weiten.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 30, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Glocken“, Fassung 876.493 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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