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Versbuch

Kameraden

Otto Ernst · 18621926

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1907

Manchmal aus aller Wirrnis und PlageHebst du den Blick,Schweigend zu forschen, wie ich sie trage:Sorgen und Mühen – unser Geschick.

Manchmal am dunklen, schleichenden TageSucht dich mein Blick,Sucht dich mit stummer, mit bebender Frage:Wie noch erträgt sie’s, unser Geschick?

Dann an milderen, lichteren TagenMag es geschehn,Daß unsre Augen sich finden im FragenUnd ihr zitterndes Leuchten verstehn,

Daß sie sich bannen – und stiller dann leuchten,Stille. – Und fern,Fern aus den Nächten, die ewig uns däuchten,Wächst ein milder, ein ewiger Stern!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Siebzig Gedichte S. 81, 1. Auflage, L. Staackmann, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Kameraden“, Fassung 1.623.345 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otto Ernst starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118682342 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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