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Versbuch

Im grauen Nachbarhause

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

25 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1892

6.

Im grauen NachbarhauseSonnt sich tagaus, tageinAuf schmalem FenstersimseEin Kätzchen, schmuck und fein.

Es putzt die weißen PfotenUnd blinzt mir in’s Gemach,Am liebsten aber flög’ esDen grauen Spatzen nach.

Die zwitschern in der RinneUnd streiten um ein Korn,Es gellt die halbe StraßeVon ihrem lauten Zorn.

Zwei Mönche wandern bettelndUnd müd’ von Haus zu Haus:Hier schmäht man sie, dort schreitenSie fromm bedacht heraus.

Die Eseltreiber nickenAuf ihren Karren ein,Und nur die Brunnen schwatzenIm lieben Sonnenschein;

Und nur die Tauben flatternErregt von Dach zu Dach –Da ruft KanonendonnerDie Mittagsglocken wach.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 32, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im grauen Nachbarhause“, Fassung 584.022 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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