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Versbuch

Leopardi! Deine Augen

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1892

3.

Leopardi! Deine AugenFolgen mir, wohin ich geh’,Dieser Blick, so tief, wie deinerSeele hoffnungsloses Weh!

Diese Stirn, die schmerzgeadelt,Was du sangst, so herb erzählt,Daß sie selbst des Lorbeers KroneNur beschattet, nicht erhellt!

Immergrüne Eichen rauschenDir zur Seite und das LichtStrömt in warmen, gold’nen FluthenSchmeichelnd über dein Gesicht –

Doch es küßt nur eines LächelnsSchmerzliche Entsagung wach,Das um deine Lippen zittert,Trostlos, wie ein heimlich „Ach!“

Dieses Lächeln, das uns AllenEigen, sei’s auch noch so stumm,Seit die erste MenschenlippeBang zum Himmel schrie: „Warum?!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 53, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Leopardi! Deine Augen“, Fassung 584.055 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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