Leuchtend Bild im Ätherrahmen
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
22 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1892
Tivoli.
1.
Leuchtend Bild im Ätherrahmen,Fluthensilbern, felsbewacht –Tivoli! aus deinem NamenWeht’s mich an wie Zaubermacht!
Halb die Seele schon befangenVon des Scheidens herber Pein,Sah mein Aug’ dich locken, prangen,Und das Herz ward – doppelt dein!
Allem was in sel’gen StundenEs an süßem Glück genoß,Was an Hoffnung ihm entschwunden,Was es stolz in sich verschloß –
Allem liehen deine FluthenStimme oder Widerhall,Tosend jagten meine GluthenMit dem Anio zu Thal!
Und wo er, am Fels zerschellend,Ausrast wie ein wunder Leu,Hört’ ich aus der Tiefe gellendMeinen eig’nen Abschiedsschrei!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 72, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Leuchtend Bild im Ätherrahmen“, Fassung 584.057 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
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