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Versbuch

Engelsbrücke

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1892

Mit den Leidenszeichen ChristiSteh’n der Engel zehn am Weg,Folgen rechts und links der Brücke,Ernst, wie einem Martersteg.

Über ihr lacht sonnentrunken,Wolkenlos der Himmel Rom’s,Unten blitzt von gold’nen FunkenHell die Fluth des Tiberstrom’s.

Wirr und rastlos eilt die MengeHier vorüber, kreuz und quer,Selten streift ein Blick die Engel –Doch sie lächeln still und hehr;

Wie das Leid steh’n sie am Wege,Das all’ seine Opfer kennt,Wenn auch im VorübergehenKeines seinen Jammer nennt!

Als an einem SonnentageFroh mein Aug’ emporgeblickt,hat der traurigste der EngelUnheilvoll mir zugenickt …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 47, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Engelsbrücke“, Fassung 4.467.487 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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