Hält ein Zauber mich umfangen
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1892
1.
Hält ein Zauber mich umfangenEiland, seit ich dich betrat?Seltsam fiebern meine Wangen,Träumend mess’ ich meinen Pfad.
Wie von unterird’schen GluthenBrennt es unter meinem Fuß,Bis an’s Herz fühl’ ich sie fluthen,Heiß, mit räthselhaftem Gruß.
Loh’nder Bilder FlammengarbenZucken Nachts vor mir empor –Glüh’nde Töne, schwüle Farben,Zauberei für Sinn und Ohr!
Von Sirenen-Liedern klingenErd’ und Himmel, Luft und Meer –Willst du auch mein Herz bezwingen,Sonneneiland des Tiber?
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 105, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Hält ein Zauber mich umfangen“, Fassung 2.310.313 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.