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Versbuch

Addio

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1892

Leb’ wohl, mein Rom! Ich hab’ mit dir gestrittenIn heißer, fiebernder Gedankenschlacht,Mit dir gejubelt und mit dir gelitten,Gescherzt bei Tag und ach! geweint bei Nacht!

Du hast das schlimmste Gift mir eingegeben:Das Gift, das uns die letzte Hoffnung raubt,Und uns der Täuschung sammt’nen Schmelz vom LebenWie einem Schmetterling vom Flügel staubt!

Wie Alle hast du mich an dich gezogen,Bezaubert, hingerissen und bethört,Auf Trümmern mir von einem Glück gelogen,Das du im Sonnenglanze hart zerstört –

Doch groll’ ich nicht... zur Heimat geht es wieder,Wenn auch mit schnöd gebroch’nem Wanderstab –Ich bring’ mit ihm die alten Qualen wiederUnd hier wie dort leg’ ich ihn auf ein Grab!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 75, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Addio“, Fassung 2.091.290 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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