Zum Inhalt springen
Versbuch

Neue Liebe, Neues Leben

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1775

Herz, mein Herz, was soll das geben,Was bedränget dich so sehr?Welch ein fremdes neues Leben!Ich erkenne dich nicht mehr.Weg ist alles, was du liebtest,Weg, warum du dich betrübtest,Weg dein Fleis und deine Ruh;Ach! wie kamst du mir dazu?

Feßelt dich die Jugendblüthe?Diese liebliche Gestalt,Dieser Blick voll Treu und Güte,Mit unendlicher Gewalt?Will ich rasch mich ihr entziehen,Mich ermannen, ihr entfliehen;Führet mich im AugenblickAch! mein Weg zu ihr zurück.

Und an diesem Zauberfädchen,Das sich nicht zerreißen läßt,Hält das liebe lose MädchenMich so wider Willen fest;Muß in ihrem ZauberkreiseLeben nun auf ihre Weise.Die Verwandlung, ach! wie groß!Liebe! Liebe laß mich los!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
aus der Zeitschrift: J. G. Jacobi: Iris, Zweyter Band; Düsseldorf: 1775; S. 242 – 243, Düsseldorf, 1775
Digitalisat
de.wikisource.org — „Neue Liebe, Neues Leben (1775)“, Fassung 3.779.614 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Johann Wolfgang von Goethe

Alle Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Klassik und Sturm und Drang

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.