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Versbuch

Selbstbetrug

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Der Vorhang schwebet hin und herBei meiner Nachbarin.Gewiß, sie lauschet überquer,Ob ich zu Hause bin,

Und ob der eifersücht’ge Groll,Den ich am Tag gehegt,Sich, wie er nun auf immer soll,Im tiefen Herzen regt.

Doch leider hat das schöne KindDergleichen nicht gefühlt.Ich seh’, es ist der AbendwindDer mit dem Vorhang spielt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster Band. Seite 29, J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Selbstbetrug“, Fassung 2.142.670 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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