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Versbuch

Blinde Kuh

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1789

O liebliche Therese!Warum seh’ ich so böseMit offnen Augen dich?Die Augen fest verbunden,Hast du mich gleich gefunden,Und warum fingst du eben — mich?

Du faßtest mich auf’s beste,Und hieltest mich so feste,Ich sank in deinen Schooß.Kaum warst du aufgebunden,War alle Lust verschwunden;Du ließest kalt den Blinden los.

Er tappte hin und wieder,Verrenkte fast die Glieder,Und alle foppten ihn.Und willst du mich nicht lieben;So geh’ ich stets im Trüben,Wie mit verbundnen Augen hin.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Johann Wolfgang von Goethe: Goethes Schriften. Achter Band, G. J. Göschen. 1789. Seite 107, G. J. Göschen, 1789
Digitalisat
de.wikisource.org — „Blinde Kuh“, Fassung 1.866.954 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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