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Versbuch

Insel Hiddensee

Joachim Ringelnatz · 18831934

24 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Kühe weiden bis zum RandeGroßer Tümpel, wo im RöhrichtKiebitz ostert. — Nackt im SandePurzeln Menschen selig töricht.

Und des Leuchtturms Strahlen segnenEine freundliche Gesundheit.

Andrerseits: Vor steiler KüsteStürmen Wellen an und fliehen. —Nach dem hohen Walde ziehenButterbrote und Gelüste.

Fischerhütten, schöne VillenGrüßen sich vernünftig freundlich.

Steht ein Häuschen in der Mitte,Rund und rührend zum Verlieben.„Karusel“ steht angeschrieben.Dieses Häuschen zählt zu Vitte.

Asta Nielsen — Grischa Chmara,Unsre Dänin, und der Russe —.

Auf dem Schaukelpolster wiegenSich zwei Künstler deutsch umschlungen. —Gar kein Schutzmann kommt gesprungen. —Doch im Bernstein träumen Fliegen.

Um die Insel rudern, dampfen,Treiben, kämpfen Boote, Bötchen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 25, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Insel Hiddensee“, Fassung 3.026.848 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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