Jene Große
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
19 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1928
JENE GROSSE
Weil jeder sie so entzückendGrün und natürlich fand,Ging die große MimoseVon Hand zu Hand.
Und ging und lebte, ward müde und schlief,Und ward herumgereicht.Und wünschte sich vielleicht – vielleicht! –Ganz tief,So unempfindlich zu seinWie ein Stein.
Und wie sie trotzdem wunderbarOrganisch grün und wissend klarGedieh,Umschwärmten, liebten, achteten sieDie Menschen und die Tiere,Merkten aber fast nie,Daß die keine Rose,Daß sie eine große Mimose war.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Allerdings, S. 135, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Jene Große“, Fassung 3.026.827 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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