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Versbuch

Kammer-Kummer

Joachim Ringelnatz · 18831934

12 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Es äugt ein Wunsch aus mir nach der Uhr.Der lauscht auf BriefträgerschritteUnd murmelt unaufhörlich nurDas Wort „bitte, bitte“.

Sich schämend richtet sein GebetDie Ohren nach der Klingel.Ein Brief soll läuten. Darauf steht:„An Herrn Joachim Ringel — —“

Ha! Klingelt schon! Und kommt ein Brief. — —

Nicht der, den ich wollte lesen.

Einschlafende Hoffnung atmet tief,Träumt ab, was niemals gewesen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 109, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Kammer-Kummer“, Fassung 3.514.282 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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