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Versbuch

Letztes Wort an eine Spröde

Joachim Ringelnatz · 18831934

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1928

Wie ich bettle und weine –Es ist lächerlich.Schließe deine Beine! –Ich liebe Dich.

Schließe deine SäumeOben und unten am Rock.Was ich von dir träumeTräumt ein Bock.

Sage: Ich sei zu dreist.Zieh ein beleidigtes Gesicht.Was „Ich liebe dich“ heißt,Weiß ich nicht.

Zeige von deinen BeinenNur die Konturen kokett.Gehe mit einem gemeinen,Feschen Heiratsschwindler zu Bett.

Finde ich unten im HafenHeute ein hurendes Kind,Will ich bei ihr schlafen;Bis wir fertig sind.

Dann: – die Türe klinketLeise auf und leise zu.Und die Hure winket –Glücklicher als du.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Allerdings, S. 54–55, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Letztes Wort an eine Spröde“, Fassung 3.026.729 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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