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Versbuch

Königsberg in Preußen

Joachim Ringelnatz · 18831934

24 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1929

KÖNIGSBERG IN PREUSSEN(Februar 1929)

In Königsberg zum zweitenmal.Ich wohnte im Hotel Central,Dort war gut hausen.Doch draußen:An Kälte zweiunddreißig Grad.Ich ächzte und ich stöhnte.Ja, Königsberg war stets ein BadFür südwarm weich Verwöhnte.Und weil ein Streik der Autos war,Verfluchte ich den Februar,Was den durchaus nicht rührte.Doch was ich so an Menschen sah,Das war mir hell und war mir nah,So, daß ich Freundschaft spürte.Die Mädchen, die mir’s angetan,Die wirkten so wie WalzenUnd schmeckten doch wie MarzipanNur kräftig und gesalzen.Und sollte es hier einen Sarg,So krumm, wie ich bin, geben,So möcht ich gern in KönigsbargBegraben sein und leben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Königsberg in Preußen (Flugzeuggedanken)“, Fassung 3.780.485 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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