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Versbuch

Aufgebung

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 23. April 1923

Ich lasse das Schicksal los.Es wiegt tausend Milliarden Pfund;Die zwinge ich doch nicht, ich armer Hund.

Wie’s rutscht, wie’s fällt,Wie’s trifft – so warte ich hier. –Wer weiß denn vorher, wie ein zerknittertes ZeitungspapierWeggeworfen im Wind sich verhält?

Wenn ich noch dem oder jener (zum Beispiel dir)Eine Freude bereite,Was will es dann heißen: „Er starb im Dreck“? –Ich werfe das Schicksal nicht weg.Es prellt mich beiseite.

Ich poche darauf: Ich war manchmal gut.Weil ich sekundenlang redlich gewesen bin. –Ich öffne die Hände. Nun saust das Schicksal dahin.Ach, mir ist ungeheuer bange zu mut.

Joachim Ringelnatz

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Zeitschrift „Simplicissimus“, Albert Langen, München, 23. April 1923
Digitalisat
de.wikisource.org — „Aufgebung“, Fassung 3.779.239 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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