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Versbuch

Brief aus München nach Düsseldorf

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1932

(2. Februar 1930)

Ich grüße alle die, die sich „gemeint“ —Nach Einsicht und Gewissen — fühlen dürfen!

Ein herzig Tränchen, scheu nur halb geweintVon Sonja durfte ich beim Abschied schlürfen.

Von lauten, dummen Menschen abgesehn,Die allerwärts es mehr als andre gibt,Kann ich vertraulich meiner Frau gestehn:„Ich war dort weit — auch überschätzt — beliebt.“

Es war zu viel. Wo ich nicht dankbar war,Sei mir das bitte dieserhalb vergeben.

Die Freunde in der Park-Hot-Krüger-BarSie sollen leben!

Alle wollen lebenUnd deshalb wohl vergeb ich auch den Dummen.

Und immer noch muß ich ein Liedchen summen:„Es war einmal ein treuer Husar — —“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 51, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Brief aus München nach Düsseldorf“, Fassung 3.026.872 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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