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Versbuch

Aus der Vogelkunde

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Ich spreche von Flugmaschinen.Sie summen lauter als BienenUnd sind eine Kreuzung von Taube,Ente, Maikäfer und Schiffsschraube.

Sie nisten einzeln, paar- und gruppen-Weise in Hallen und Schuppen.

Ich habe persönlich festgestellt:Sie bringen lebendige Junge zur Welt,Die wie Menschen aussehn,Wenn sie aus ihnen herausgehn.

Auch legen sie Eier und brütenIm Krieg. Zeus möge das künftig verhüten.

Ihre Nahrung sind Menschen, Koffer, BenzinUnd Zeitungen aus Berlin.

Sie sind über die ganze WeltVerbreitet und sehr zahm auch in Freiheit.Außerdem sind sie der PolizeiheitUnd der Zollbehördlichkeit unterstellt.Volkstümlich nennt man sie schlechthin Maschinen.

Ich könnte Ihnen mit Näherem dienen,Aber ich verlange dafürEine Flugzeugengebühr.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Aus der Vogelkunde“, Fassung 3.779.975 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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