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Versbuch

Aus der Kundenkunde

Joachim Ringelnatz · 18831934

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Die Kunden kommen und gehn,Großeltern, Eltern und Kind.Doch wenn es schlimme sind,Dann bleiben sie lange stehn;Die SekundenkundenSind noch nicht erfunden.

Die Kunden kaufen und zahlen,Doch manche wollen nur Waren besehn,Sich orientieren. Man nennt sie„Sehleute“ und „Orientalen“;Der fleißige Kaufmann kennt sie.

Es stottern und feilschen die KundenUnd schwatzen und lassen sich stunden.Und stehlen sogar. Dagegen stiehlt nieDie aristokratische Kleptomanie.

Der lockere Kunde von BerufHat meistens einen Pferdehuf.

Wer seinen Kunden kündigtUnd meint, es ginge so: allein,Selber sein eigener Kunde zu sein,Der wird leicht vom Schicksal entmündigt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Aus der Kundenkunde“, Fassung 3.780.170 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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