Pfingsten
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Durch’s weite Land hinaus geht heut’ ein Klingen,Geheimnisvol –Und süßer hauchen Rosen und SyringenDer Düfte Zoll. –
Die Luft weht milder und der FrühlingshimmelWill tiefer blau’n,Und Menschen zieh’n in fröhlichem GewimmelDurch Flur und Au’n.
Warum? – Der Geist, der einst in FeuerzungenHerniederfuhr,Hält wiederum sein Flammenschwert geschwungenAus dem Azur.
Der Geist des Lichts zieht wieder seine BahnenHeut durch die Welt,Und hoch in Lüften flattern seine FahnenVon Glanz umhellt.
Er kommt, er kommt zu richten und zu retten,Der heil’ge Geist –Und bricht des Wahnes tausendjähr’ge KettenUnd unterweist.
Er nimmt den Blöden, daß sie auch gesunden,Die Binde fortUnd zeigt den Armen und vom Drucke wundenDen Rettungsport.
Darum geht durch die Lande heut’ ein Klingen,Geheimnisvoll,Und süßer hauchen Rosen und SyringenDer Düfte Zoll.
Die Luft weht milder und der FrühlingshimmelWill tiefer blau’n,Und Menschen zieh’n in fröhlichem GewimmelDurch Flur und Au’n.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 129, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Pfingsten (Kämpchen)“, Fassung 1.103.909 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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