Pfingsten im Ruhrtal
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Ich seh’ die blühende GinsterprachtUnd die Dolden des Weißdorns daneben,Und mein Herze jauchzt und mein Herze lachtZu dem vollen sonnigen Leben.
Und die Nachtigall schlägt und die Drossel singtIm goldigen Morgenstrahle,Und aus mosigem Steine die Quelle springtUnd zieht als Bächlein zu Tale.
O, wie bist du so schön, wie so wonnig schön,Du Heimat mein, mir doch immer!Wie blitzt dein Kleid um Gelände und Höh’n,Wie funkelt’s im Sonnenschimmer!
Ich sah den Rhein mit dem prangenden WeinAn seinen felsigen Hängen,Und die ragenden Burgen und Dome sein,Und lauschte den Lurleiklängen.
Wohl fand ich der Reize mehr nirgend schierUnd Becher- und Sangesgetöne,Doch immer zog es zurück mich nach dir,Mein Ruhrtal, mein einziges schöne.
An deinen Triften, an deiner Flur,Will ich die Blicke stets weiden,Bist Heimat, die liebste mir immer nur,Die treu’ste in Lust und in Leiden.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 26, Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Pfingsten im Ruhrtal (Kämpchen)“, Fassung 1.103.910 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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