Bergmanns Los
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
28 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Das ist des Bergmanns früher Tod:Er muß im SchachtTagtäglich scharren um sein BrotIn Dunst und Nacht. –
Ihn hält die mühevolle SchichtVom Tage fern,Er mißt das gold’ne SonnenlichtUnd Mond und Stern’. –
Wühlt wie der Maulwurf immerfortUnd scharrt und gräbtIm Kohlengang, am düstern Ort –Heißt das gelebt? –
Oft stürzt auf ihn mit UngestümDer Wasserschwall –Das Wetter dräut, das Ungetüm,Der Berge Fall. –
So ist sein Leben immerdarBedrängt, bedroht,Und stets umwittert von Gefahr,Von Not und Tod. –
So macht er täglich seine SchichtIn Stein und Kluft,Und gräbt beim trüben LampenlichtSich selbst die Gruft. –
So haut er tief im Erdenschoß,Für sich allein –Das ist des Kohlengräbers Los!Kann’s trüber sein?
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 57, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Bergmanns Los (Kämpchen)“, Fassung 1.096.715 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.