Das schlimme Haus
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909
In deutschen Landen steht ein Haus,Das ist verschanzt, das ist vergittert –Und wer dort eingeht oder ausEr ist vergrämt, er ist verbittert.
Nie weilt die Freude dort als Gast,Nur Oede herrscht darin und Schweigen,Doch Elend, eine Bergeslast,Ist diesem düstern Haus zu eigen.
Verbrechen haben dort und NotUnd schlimme Bosheit Herbergstätte,Wer dort lebt, ist lebendig totUnd besser wär’ der Sarg sein Bette.
Und dieses Haus, zu wohlbekannt,Mit Schloß und Riegel, die d’ran gleißen,Mit seiner dicken Kerkerwand,Wird Haus der Zucht – Zuchthaus geheißen –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 115, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Das schlimme Haus (Kämpchen)“, Fassung 2.572.085 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.