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Versbuch

Baldurs Tod

Heinrich Kämpchen · 18471912

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Balder, der Holde, Gute sprach:Ich muß nun sterben;Das kleine Pflänzchen MistelteinWar mein Verderben. –

Und doch, das arme MistelteinTrägt kein Verschulden,Beim Treueschwur vergaßen esDie Erdenhulden. –

Und auch dem blinden Hödur sindGanz rein die Hände,Die finst’re Norne nur alleinBestimmt das Ende. –

Nach ihrem Schluß muß jeder hinZur Hela wandern,Ihr sind die Götter untertanWie alle andern. –

Lebt wohl ihr Brüder in WalhallUnd Asgards Freuden,Lebt wohl ihr lieben Schwestern all’,Ich muß nun scheiden.

So hat der gute weiße GottBalder gesprochen,Dann schlossen seine Augen sich,Vom Tod gebrochen. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 59, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „Baldurs Tod (Kämpchen)“, Fassung 2.377.960 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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