Fluch dem Zarismus!
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Der weiße Schrecken herrscht im Baltenland,Blutströme fließen und die Opfer fallen;Noch sind die ersten nicht verscharrt im Sand,Und neue Salven hört man wieder knallen. –So geht es fort, vom Morgen bis zur Nacht,Und auch die Nacht hindurch noch unverdrossen,Es ist das geile Würgen nach der Schlacht –Erschossen wird, und wiederum erschossen. –
Mann, Weib und Kind – die Henker fragen nicht,Ob schuldig auch – Rebellen sind gefangen!Und ob man klagt, hier helfen Klagen nicht,Was nicht erschossen wird, das wird gehangen. –Das Baltenland gleicht einem Totenfeld,Auf dem Kosaken Beutezüge halten,Und nur der Wind, der durch die Föhren gellt,Weint laut sein Lied um die erschlag’nen Balten. –
Doch morde nur, du blutiges Zarat,Und laß die Freiheitskämpfer niederknallen,Du säst dir selbst die wilde DrachensaatUnd bist dem eig’nen Henkerbeil verfallen. –Geschliffen schon ist längst für dich der StahlUnd tausend Arme sind es, die ihn schwingen,Und Hunderttausend harren deiner Qual,Und Hunderttausend beten fürs Gelingen. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 137, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Fluch dem Zarismus! (Kämpchen)“, Fassung 1.097.633 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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