Am Weinfelder Maar
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1909
(Eifelbild)
Ein großes Auge, schwermutsvoll und klar,So liegt vor mir im Abendgold das Maar,Tief eingebettet in der Ufer Saum,Ein Schlummerort, ein weltverlor’ner Traum. –
Und Oede rings – kein Ruf, kein Vogelschrei,Das Leben ging hier ohne Halt vorbei,Und keine Blume seiner Hand entglitt –Erstarrte Lava, wo mein Fuß auch tritt. –
Und doch ist’s schön noch – aber düster schön,Auf diesen kahlen, unwirtlichen Höh’n,Wo einst der Krater seine Glut gespie’n,Man kann sich ihrem Banne nicht entzieh’n. –
Fastradens Ring, so scheint es, hält auch HutIn dieser klaren, regungslosen Flut –Kein Sturm, der ihrem glatten Spiegel droht,Kein Kahn durchfurcht sie und kein Fischerboot. –
So liegt verlassen, öd’ und still das MaarUnd doch in Schönheit hehr und wunderbar –Die Schwermut hält hier stetig ihre Rast –Auch mich, auch mich hat Traurigkeit erfaßt. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 92, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Am Weinfelder Maar (Kämpchen)“, Fassung 1.095.833 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.