Der Rückzug nach Ravenna
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
21 Zeilen in 11 Strophen · zuerst gedruckt 1909
(Eine Episode aus der Gotengeschichte.)
Durch Nacht und Nebel zieht im Leide schwerDas Gotenheer, –
Dieselbe Straße, die’s vor JahresfristGezogen ist. –
Da aber klang noch das GermanenhornVoll Kraft und Zorn. –
Da scholl die Losung noch: Nach Rom! Nach Rom!Zum Tiberstrom! –
Held Witichis zog da voran dem HeerIn Königswehr. –
Nun führt, geschlagen, er den Rest zurück,Enterbt vom Glück. –
Mit wunden Fängen flieht der KönigsaarVor Belisar. –
Und seine Goten, die noch nie dem SchwertSich abgekehrt, –
Zur Rabenstadt, Ravenna, zieh’n sie hinMit düst’rem Sinn. –
Das Gotenreich ist in ItaliaDem Ende nah. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 123, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Rückzug nach Ravenna (Kämpchen)“, Fassung 3.441.189 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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