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Versbuch

An Hödur

Heinrich Kämpchen · 18471912

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Armselig Volk, man schlägt dir ins Gesicht,Man höhnt und spottet dein, und dennoch rennstDu wie verrückt zu jedem PossenspielUnd hochst und hurrast lustig mit im Chor.

Wund ist dein Rücken von der Arbeitslast,Dein Auge hohl – nicht mehr des Freien Blick.Und dennoch, dennoch wirst du zum Hanswurst,Ruft man zur Kurzweil dich, zum Mummenschanz.

Ich dulde deine Qual mit dir, o Volk!Noch mehr – ich fühle doppelt sie – darumZerreißt mir zwiefach auch der Hohn das Herz,Seh’ ich dich tanzen in dem Schellenwams. –

Und Trauern faßt mich, daß du noch so blöd’,So unvernünftig ab vom Ziele irrst,Und deinen Drängern selbst zum Spotte dienst.Wie lange noch? Wann fühlst du deine Schmach?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 107, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Hödur (Kämpchen)“, Fassung 2.197.810 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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