An Laura
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
20 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Unergründlich, wie die tiefste See,Sind, o Laura, deine schwarzen Augen. –Und mir ist so wohl, mir ist so weh,Und vor Lust und Schmerz ich fast vergeh’,Wenn ich schau’ in deine schwarzen Augen. –
Hast du, Laura, einen Blick für mich?Einen Kuß, denn meine Lippen brennen? –Heiß und feurig, Mädchen, lieb’ ich dich,Jedes andre Bild in mir verblich,Und der Tod nur kann uns wieder trennen. –
Seit ich dich zum ersten Mal geseh’n,Laura, war mein Schicksal auch besiegelt. –Du, nur du kannst diesen Drang versteh’n,Heiß und feurig, wie des Samums Weh’n,Und wie Lavagluten, ungezügelt. –
Deine Schönheit war der Götterstrahl,Der mein Herz zu solcher Glut entzündet. –Und nun bleibt mir anders keine Wahl:Harr’ in Hoffenslust und Sehnsuchtsqual,Bis dein Mund mir Gegenlieb’ verkündet. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 100, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An Laura (Kämpchen)“, Fassung 1.095.847 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.