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Versbuch

An Annette von Droste-Hülshoff

Heinrich Kämpchen · 18471912

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909

Bescheiden trete ich vor dich hin,Um meine Grüße zu bringenDem Kind der Heide, der Königin,Der hohen Schwester im Singen. –

Ein Sohn des Volkes, ein armer Mann,Will ich der Reichen mich nahenUnd stehen in deiner Augen BannUnd deinen Segen empfahen.

Auch ich bin einsam, wie du allzeitIm Leben es warst, Annette, –Ich trage wie du geheimes LeidUnd schleppe des Daseins Kette. –

Nur bist du herrlich und strahlenrein,Wie der Traube Blut im Becher –Du bist der leuchtende EdelsteinUnd ich nur ein armer Schächer. –

Doch deine Milde zieht mich hinan,Ich weiß, ich darf mich dir nahen,Darf stehen in deiner Augen BannUnd deinen Segen empfahen. –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Was die Ruhr mir sang, S. 122-123, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Annette von Droste-Hülshoff (Kämpchen)“, Fassung 1.095.840 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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