Valkyren
Heinrich Heine · 1797–1856
28 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1851
Unten Schlacht. Doch oben schossenDurch die Luft auf WolkenrossenDrei Valkyren, und es klangSchilderklirrend ihr Gesang:
Fürsten hadern, Völker streiten,Jeder will die Macht erbeuten;Herrschaft ist das höchste Gut,Höchste Tugend ist der Muth.
Heisa! vor dem Tod beschützenKeine stolzen Eisenmützen,Und das Heldenblut zerrinntUnd der schlechte Mann gewinnt.
Lorbeerkränze, Siegesbogen!Morgen kommt er eingezogen,Der den Bessern überwandUnd gewonnen Leut’ und Land.
Bürgermeister und SenatorHolen ein den Triumphator,Tragen ihm die Schlüssel vor,Und der Zug geht durch das Thor.
Hei! da böllert’s von den Wällen,Zinken und Trompeten gellen,Glockenklang erfüllt die Luft,Und der Pöbel Vivat! ruft.
Lächelnd stehen auf BalkonenSchöne Frau’n, und BlumenkronenWerfen sie dem Sieger zu.Dieser grüßt mit stolzer Ruh.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Romanzero, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1851. Seiten 19–20., Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Valkyren“, Fassung 2.353.109 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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