Epoche
Gedichte des Biedermeier und des Vormärz
Biedermeier und Vormärz führen hier 669 Gedichte zusammen – zwei Strömungen derselben Jahrzehnte, die eine nach innen, die andere nach außen gewandt. 230 Stücke haben höchstens zwölf Zeilen, das längste 901. Jeder Text steht vollständig da, mit Verfasser, Lebensdaten und Druckausgabe.
669 Gedichte von 11 Verfasserinnen und Verfassern · davon 230 mit höchstens 12 Zeilen
Verfasserinnen und Verfasser dieser Epoche
Nach Geburtsjahr geordnet.
- Franz Grillparzer1791–187212
- Heinrich Heine1797–1856469
- Annette von Droste-Hülshoff1797–18483
- August Heinrich Hoffmann von Fallersleben1798–18748
- Georg Friedrich Daumer1800–187520
- Nikolaus Lenau1802–18507
- Eduard Mörike1804–18758
- Ferdinand Freiligrath1810–18767
- Georg Herwegh1817–187514
- Louise Otto-Peters1819–1895108
- Georg Weerth1822–185613
Gedichte aus dieser Epoche
120 von 669 Gedichte, kürzestes zuerst. Die vollständige Liste steht auf der Seite der jeweiligen Verfasserin oder des Verfassers.
- Anfangs wollt ich fast verzagenHeinrich Heine · 3 Zeilen
- Die Mitternacht war kalt und stummHeinrich Heine · 3 Zeilen
- Ich trat in jene HallenHeinrich Heine · 3 Zeilen
- Selten habt Ihr mich verstandenHeinrich Heine · 3 Zeilen
- Und als ich Euch meine Schmerzen geklagtHeinrich Heine · 3 Zeilen
- Die blauen Veilchen der AeugeleinHeinrich Heine · 4 Zeilen
- Ach, wie süß, wie süß sie duftetGeorg Friedrich Daumer · 5 Zeilen
- Die Rose, die Lilie, die Taube, die SonneHeinrich Heine · 5 Zeilen
- Lilie hat der Zungen ZehneGeorg Friedrich Daumer · 5 Zeilen
- Mag da draußen Schnee sich thürmenHeinrich Heine · 5 Zeilen
- Nicht in meinem armen HirneGeorg Friedrich Daumer · 5 Zeilen
- Trutz Euch!Nikolaus Lenau · 5 Zeilen
- Zu fragmentisch ist Welt und LebenHeinrich Heine · 5 Zeilen
- Die Welt ist so schön und der Himmel so blauHeinrich Heine · 6 Zeilen
- SeptembermorgenEduard Mörike · 6 Zeilen
- [Das Glück ist eine leichte Dirne]Heinrich Heine · 7 Zeilen
- Ach, ich sehne mich nach ThränenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Am Kreuzweg wird begrabenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Am leuchtenden SommermorgenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Andre beten zur MadonneHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Auf meiner Herzliebsten AeugeleinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Aus meinen großen SchmerzenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Aus meinen Thränen sprießenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Bin ich bei dir, Zank und Noth!Heinrich Heine · 7 Zeilen
- Bist du wirklich mir so feindlichHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Das Fräulein stand am MeereHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Das ist ein Brausen und HeulenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Das ist ein Flöten und GeigenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Das Meer erstralt im SonnenscheinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Dein Angesicht so lieb und schönHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Deine weichen LilienfingerHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Den König WiswamitraHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Der Brief, den du geschriebenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Der Tod das ist die kühle NachtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die holden Wünsche blühenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die Jahre kommen und gehenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die Linde blühte, die Nachtigall sangHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die Rose duftet – doch ob sie empfindetHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die schlanke WasserliljeHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die schönen Augen der FrühlingsnachtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Die Welt ist dumm, die Welt ist blindHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Du bist wie eine BlumeHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Du liebst mich nicht, du liebst mich nichtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ein Fichtenbaum steht einsamHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Emma, sage mir die WahrheitHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ernst ist der Frühling, seine TräumeHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es blasen die blauen HusarenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es drängt die Noth, es läuten die GlockenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es haben unsre HerzenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es hat die warme FrühlingsnachtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es liegt der heiße SommerHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es ragt in’s Meer der RunensteinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Es ziehen die brausenden WellenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Habe mich mit LiebesredenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Hat sie sich denn nie geäußertHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Herz, mein Herz, sey nicht beklommenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Hör’ ich das Liedchen klingenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch brichtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich hab’ Euch im besten Juli verlassenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich hab’ mir lang den Kopf zerbrochenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich unglücksel’ger Atlas! eine WeltHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich wandle unter BlumenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ich will meine Seele tauchenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Im Walde wandl’ ich und weineHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Im wunderschönen Monat MaiHeinrich Heine · 7 Zeilen
- In dem Walde sprießt und grünt esHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Kaum sahen wir uns, und an Augen und StimmeHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Kind! Es wäre dein VerderbenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Lehn’ deine Wang’ an meine Wang’Heinrich Heine · 7 Zeilen
- Leise zieht durch mein GemüthHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Lieb Liebchen, leg's Händchen auf's Herze meinHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Meinen schönsten LiebesantragHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Mensch, verspotte nicht den TeufelHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Mit deinen blauen AugenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Mit schwarzen Segeln segelt mein SchiffHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Morgens send’ ich dir die VeilchenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Morgens steh ich auf und frageHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Nacht liegt auf den fremden WegenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Nicht lange täuschte mich das GlückHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Nicht mahl einen einz’gen KußHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Nimmer glaub ich, junge SchöneHeinrich Heine · 7 Zeilen
- O laß nicht ohne LebensgenußHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Sag’, wo ist dein schönes LiebchenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Schaff’ mich nicht ab, wenn auch den DurstHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Schattenküsse, SchattenliebeHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Seit die Liebste war entferntHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Sie liebten sich beide, doch keinerHeinrich Heine · 7 Zeilen
- So hast du ganz und gar vergessenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- So wandl’ ich wieder den alten WegHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Theurer Freund, du bist verliebtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Theurer Freund! Was soll es nützenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ueber die Berge steigt schon die SonneHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Ueberall wo du auch wandelstHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Und bist du erst mein eh’lich WeibHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Verdroß’nen Sinn im kalten Herzen hegendHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Vergiftet sind meine LiederHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Verrieth mein blasses AngesichtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Von schönen Lippen fortgedrängt, getriebenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Weil ich dich liebe, muß ich fliehendHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wenn du mir vorüberwandelstHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wenn ich in deine Augen seh’Heinrich Heine · 7 Zeilen
- Wenn man an dir Verrath geübtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wenn zwei von einander scheidenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wer zum erstenmale liebtHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Werdet nur nicht ungeduldigHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wie des Mondes Abbild zittertHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wie die WellenschaumgeboreneHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wie ein Greisenantlitz drobenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wie schändlich du gehandeltHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wir fuhren allein im dunkelnHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Wo ich bin, mich rings umdunkeltHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Der WunderbrunnenFranz Grillparzer · 8 Zeilen
- Ich hab’ dich geliebet und liebe dich noch!Heinrich Heine · 8 Zeilen
- K.-JammerHeinrich Heine · 8 Zeilen
- Wir zieren, ich und duGeorg Friedrich Daumer · 8 Zeilen
- Zum HausfriedenHeinrich Heine · 8 Zeilen
- Die fromme Taub’ in meinem Herzen hieGeorg Friedrich Daumer · 9 Zeilen
- Er ist’sEduard Mörike · 9 Zeilen
- Es kam ein Hauch von obenGeorg Friedrich Daumer · 9 Zeilen
- O wär’ ich ein See, so spiegelhellGeorg Friedrich Daumer · 9 Zeilen
Namen, Längen, Schreibweisen – und was erlaubt ist
Zwei Namen für eine Zeit: Biedermeier meint gewöhnlich das Rückzügige, Häusliche, Formbewusste, Vormärz die politische Dichtung der Jahre vor 1848. Zusammengefasst sind sie hier, weil die Verfasser dieselben Jahrzehnte teilen und manche in beide Richtungen schrieben. Wie überall in diesem Verzeichnis gilt die Epoche dem Autor, nicht dem einzelnen Gedicht: Ein Liebeslied von 1827 und ein Spottvers desselben Verfassers aus späteren Jahren stehen deshalb Seite an Seite, ohne dass die Überschrift für jedes Stück gleich gut passt.
Am deutlichsten zeigt sich das bei Heinrich Heine, von dem 469 der 669 Gedichte stammen. Seine Einordnung ist geteilt und war es immer: Man führt ihn als Spätromantiker, als Vormärzdichter und als Autor des Jungen Deutschland, je nachdem, welches Werk gemeint ist. Er nimmt hier also nicht nur den größten Platz ein, er ist zugleich der Fall, an dem die Grenzen der Epocheneinteilung sichtbar werden. Wer streng nach Schule sortiert, sucht ihn deshalb sinnvollerweise an mehr als einer Stelle.
Nach Heine folgt Louise Otto-Peters mit 108 Gedichten. Danach wird es schmal: Georg Friedrich Daumer mit 20, Georg Herwegh mit 14, Georg Weerth mit 13, Franz Grillparzer mit 12, Eduard Mörike und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit je 8. Wer gezielt ein Mörike-Gedicht sucht, hat also acht zur Wahl – darunter „Septembermorgen“, 1878 gedruckt, sechs Zeilen, beginnend „Im Nebel ruhet noch die Welt,“. Von Nikolaus Lenau steht unter anderem „Trutz Euch!“ von 1851 hier, fünf Zeilen: „Ihr kriegt mich nicht wieder,“.
Viele Heine-Gedichte tragen keinen eigenen Titel; sie sind nach ihrer Anfangszeile verzeichnet. So stehen die dreizeiligen Stücke von 1827 „Anfangs wollt ich fast verzagen“, „Die Mitternacht war kalt und stumm“, „Ich trat in jene Hallen“, „Selten habt Ihr mich verstanden“ und „Und als ich Euch meine Schmerzen geklagt“ nebeneinander. Fünf Zeilen haben aus demselben Jahr „Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne“, „Mag da draußen Schnee sich thürmen“ und „Zu fragmentisch ist Welt und Leben“. Kurz, gereimt, für eine Karte gut brauchbar.
Eine Eigenheit bei Georg Friedrich Daumer: Vor seinen fünfzeiligen Stücken von 1846 steht eine römische Ziffer – LXXXIV, LXXXVII, LXXXIX. Es sind durchnummerierte Stücke einer Sammlung, und die Nummer gehört zum Kopf des Textes, nicht zum Gedicht. Wer eines davon abschreibt, lässt die Ziffer besser weg oder erklärt sie. Verzeichnet sind diese Gedichte nach ihrer ersten eigentlichen Zeile, etwa „Ach, wie süß, wie süß sie duftet“ oder „Lilie hat der Zungen Zehne“ – so findet man sie wieder.
Zur Auswahl nach Anlass: Für eine Karte reichen drei bis zwölf Zeilen, und davon gibt es hier 230. Für eine Rede taugt eher, was eine Bewegung hat und nicht nach zwei Zeilen fertig ist. Das längste Stück dieser Gruppe zählt 901 Zeilen – ein Text für einen langen Abend, nicht für einen Glückwunsch. Wenn nur eine Strophe passt, nehmen Sie eine Strophe und schreiben Sie darunter, dass es eine ist. Ein ausgeschnittenes Stück Gedicht ohne Hinweis wirkt wie ein abgebrochener Satz.
Alle Texte sind gemeinfrei: siebzig volle Kalenderjahre nach dem Tod des Verfassers endet der Schutz (§ 64 UrhG), gerechnet ab dem Ende des Todesjahres (§ 69 UrhG). Für Gedichte aus den 1820er bis 1870er Jahren ist diese Frist längst abgelaufen. Sie dürfen die Texte kopieren, drucken, vertonen, in eine Ausstellung hängen, kommerziell verwerten – ohne Anfrage, ohne Honorar. Nicht frei ist, wer eine Übersetzung oder eine neuere Bearbeitung benutzt: Für die gilt ein eigener Schutz nach § 3 UrhG, mit eigener Frist.
Die Schreibungen der Zeit stehen unverändert da. „Mag da draußen Schnee sich thürmen“ trägt das stumme h, das man im 19. Jahrhundert regelmäßig setzte; „Die blauen Veilchen der Aeugelein“ löst das Ä in Ae auf, wie es der Satz am Wortanfang oft tat. Beides ist historisch korrekt und kein Versehen. Für die Quellenangabe genügt eine schlichte Zeile: Verfasser, Titel oder Anfangszeile, Druckjahr. Bei einem Stück von 1827 sieht das so aus – Heinrich Heine, „Ich trat in jene Hallen“, 1827 – und mehr braucht niemand.