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Versbuch

Die Tendenz

Heinrich Heine · 17971856

22 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844

XIII.Die Tendenz.

Deutscher Sänger! sing’ und preiseDeutsche Freiheit, daß dein LiedUnsrer Seelen sich bemeistreUnd zu Thaten uns begeistre,In Marseillerhymnenweise.

Girre nicht mehr wie ein Werther,Welcher nur für Lotten glüht –Was die Glocke hat geschlagenSollst du deinem Volke sagen,Rede Dolche, rede Schwerter!

Sey nicht mehr die weiche Flöte,Das idyllische Gemüth –Sey des Vaterlands Posaune,Sey Kanone, sey Karthaune,Blase, schmettre, donn’re, tödte!

Blase, schmettre, don’re täglich,Bis der letzte Dränger flieht –Singe nur in dieser Richtung,Aber halte deine DichtungNur so allgemein als möglich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 252 – 253, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Tendenz“, Fassung 3.578.125 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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