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Versbuch

Gedächtnißfeier

Heinrich Heine · 17971856

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1851

XII.Gedächtnißfeier.

Keine Messe wird man singen,Keinen Kadosch wird man sagen,Nichts gesagt und nichts gesungenWird an meinen Sterbetagen.

Doch vielleicht an solchem Tage,Wenn das Wetter schön und milde,Geht spazieren auf MontmartreMit Paulinen Frau Mathilde.

Mit dem Kranz von ImmortellenKommt sie mir das Grab zu schmücken,Und sie seufzet: Pauvre homme!Feuchte Wehmuth in den Blicken.

Leider wohn’ ich viel zu hoch,Und ich habe meiner SüßenKeinen Stuhl hier anzubieten;Ach! sie schwankt mit müden Füßen.

Süßes, dickes Kind, du darfstNicht zu Fuß nach Hause gehen;An dem Barrière-GitterSiehst du die Fiaker stehen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Romanzero. Zweites Buch: Lamentationen. Seiten 184-185, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gedächtnißfeier“, Fassung 4.634.770 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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