Diesen liebenswürd’gen Jüngling
Heinrich Heine · 1797–1856
19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Kann man nicht genug verehren;Oft traktirt er mich mit Austern,Und mit Rheinwein und Liquören.
Zierlich sitzt ihm Rock und Höschen,Doch noch zierlicher die Binde,Und so kommt er jeden Morgen;Fragt, ob ich mich wohlbefinde;
Spricht von meinem weiten Ruhme,Meiner Anmuth, meinen Witzen;Eifrig und geschäftig ist erMir zu dienen, mir zu nützen.
Und des Abends, in Gesellschaft,Mit begeistertem Gesichte,Deklamirt er vor den DamenMeine göttlichen Gedichte.
O, wie ist es hoch erfreulich,Solchen Jüngling noch zu finden,Jetzt in unsrer Zeit, wo täglichMehr und mehr die Bessern schwinden.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 237–238, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Diesen liebenswürd’gen Jüngling“, Fassung 3.837.868 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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