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Versbuch

Herüber zog eine schwarze Nacht

Georg Weerth · 18221856

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1886

2. „Herüber zog eine schwarze Nacht.“

Herüber zog eine schwarze Nacht.Die Föhren rauschten im Sturme;Es hat das Wetter wild zerkrachtDie Kirche mit ihrem Thurme.

Zerschmettert das Kreuz; zerdrückt der Altar;Zermalmt das Gebein in den Särgen –Die gothischen Bögen wälzen sichDonnernd hinab von den Bergen.

Zum Dorfe stürzt sich Thurm und ChorAls wie zu einem Grabe –Da fährt entsetzt vom Lager emporUnd spricht zur Mutter der Knabe:

„Ach Mutter, mir träumte einen Traum so schwer,„Das hat den Schlaf mir verdorben.„Ach Mutter, mir träumte, so eben wär’„Der liebe Herr Gott gestorben.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Vorwärts, S. 83–84, 1. Auflage, Verlag der Volksbuchhandlung in Hottingen, Zürich, 1886
Digitalisat
de.wikisource.org — „Herüber zog eine schwarze Nacht“, Fassung 3.828.350 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Weerth starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 117208612 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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